Älterwerden im Spannungsfeld des Hormonsystems

Wechseljahre des Mannes? Klimakterium virile? Eine etwas strapazierte Wortschöpfung, die durch dauernde Wiederholung nicht besser wird. Im Gegensatz zur Frau, gibt es beim Mann kein Ausbleiben der Menstruation und damit eine eher zügige Verminderung bestimmter Hormone, sondern um einen eher sehr schleichenden Vorgang. Das Wort Andropause hat sich etabliert, ist aber eigentlich ungenau, weil es ja überhaupt keine Pause gibt, sondern einen langsamen Rückgang z.B. der Testosteronproduktion in den Leydig-Zellen in den Hoden. Die Begrifflichkeit „Altershypogonadismus“ ist daher auch zunehmend öfter zu lesen. Generell beginnt beim Mann meist zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr eine zunehmende und manchmal eben spürbare Abnahme vor allem des Testosterons von etwa 0,5% im Vergleich zum jugendlichen Referenzbereich. Das geht auch an manchen Helden nicht spurlos vorüber, kann sich jedoch individuell unterschiedlich auswirken – meistens ist es allerdings nicht die Achillesferse, die betroffen ist. Das Problem dabei ist eher der schleichende, unmerkliche Prozess, der sich erst dann konsequent bemerkbar macht, wenn die typischen gesundheitlichen Probleme des „Mannes in den besten Jahren“ auftauchen. Probleme entstehen jedoch nicht nur dann, wenn der Testosteronrückgang sich bemerkbar macht, sondern jedes einzelne Hormon kann zu individuellen Beeinträchtigungen führen – von Progesteron bis zum Estradiol.

Symptome können sein, Erschöpfungszustände, verminderte Stressresistenz, Nervosität und vermehrte Reizbarkeit, die Zunahme von Bauchfett, Depressionen, Herzbeschwerden, Verlust von Muskelmasse, Schlafstörungen, Brustwachstum, aber auch Osteoporose, Haarausfall, Trockenheit der Schleimhäute, vermindertes sexuelles Verlangen oder Erektionsprobleme

Verschiedene Faktoren des Lebensstils begünstigen den Testosteronrückgang ebenso wie die Balance zwischen den Hormonfraktionen. Dazu zählen z.B. Übergewicht, hoher Alkoholkonsum und Dauerstress. Ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Sport, kein übermäßiger Alkoholkonsum, kein Nikotin, kein übermäßiger Dauerstress und ausreichende Entspannungsphasen helfen, einem Testosteronmangel vorzubeugen und eine generell gesunde Hormon-Balance zu bewahren oder mit individuellen Therapieansätzen wieder – altersgemäß – herzustellen.